Why ppl are hating on sponsoring

30. September 2016 16:02

In der vergangenen Zeit nahm ich vermehrt Kritik unter gesponserten Blog- oder Instagram-Posts wahr. Nicht vorrangig unter meinen eigenen, aber doch habe ich sie bei vielen anderen gelesen und irgendwie war ich darüber ziemlich bestürzt. Mittlerweile ist es ja so: Der "Künstler" veröffentlicht etwas in Kooperation und die User fühlen sich skurrilerweise in irgendeiner Art angegriffen. Werfen ihm Unaufrichtigkeit und Geldgier vor. Ist das denn aber tatsächlich so? Ich würde es euch definitiv gerne erklären, denn ich mag behaupten, hierbei einen sehr neutralen Standpunkt vertreten zu können, da ich das Bloggen weder hauptberuflich mache, noch bisher in großartige Kritik diesbezüglich gelangt bin.

Wie ich gerade bereits erwähnt habe, ist mein Blog nicht mein Hauptberuf. Ich finanziere damit nicht mein Brot, begleiche damit nicht all' meine Rechnungen, schaffe mir damit keine existenzielle Lebensgrundlage. Das Bloggen ist mein Nebenjob, welcher mir meine Studentenzeit etwas luxuriöser macht. Ich muss nicht jeden Cent zweimal umdrehen, kann mir manchmal das unnötig teure Paar Schuhe trotzdem kaufen und mehrmals im Jahr in den Urlaub. Aber es bleibt ein Nebenjob, bei dem ich mir "nur" etwas (wie auch andere meiner Kommilitonen) dazuverdiene. Der einzige Unterschied mag vielleicht sein, dass ich mein eigener Boss bin und der Stundenlohn manchmal ganz gut ausfallen kann. Ich möchte ganz vorsichtig mit meiner Wortwahl bei diesem doch in Deutschland so heiklen Thema sein, denn weder möchte ich angeben, noch euch etwas vormachen. Das Bloggen habe ich ziemlich früh, während ich noch ein junger Teenager war, als Hobby gestartet. Im Traum hätte ich niemals gedacht, dass ich mir damit meine Handtaschen finanziere. Man rutscht da eben so rein, wenn die Reichweite steigt. Und genau so wird das wohl bei den anderen Mädels auch gewesen sein.

Ich glaube nicht, dass sich ein kreativer Kopf eines Nachts hinsetzt und einen Blog oder YouTube-Channel mit dem Gedanken startet, "Ich werde hiermit Geld verdienen". Das klingt absurd, unrealistisch, sowie hinten und vorne schlecht durchdacht. Aber wenn jemand eine gewisse Reichweite mit der Zeit wegen seiner Arbeit erreicht, landen die Anfragen etlicher Firmen im E-Mail-Eingang. Bei diesen Anfragen wird es sich nicht nur darum handeln, ob die Kunden dir haufenweise Klamotten und Schmuck und Make Up hinterherwerfen dürfen. Unter Umständen möchte man, dass du sein Produkt in deinen Content einbeziehst und es deinen Leuten vorstellst. Gegen Geld. Versteht sich von selbst, oder? Was in den USA oder in den skandinavischen Ländern schon lange Routine darstellt, ist bei uns in Deutschland keine Selbstverständlichkeit und sorgt sogar für Empörung.
Warum sollte man denn gerade dafür kein Geld bekommen? Wenn ein Produkt einem Blogger / YouTuber zusagt, es thematisch gut zum Inhalt passt und er meint, es gut in Beiträge oder Videos einbinden zu können - wieso soll das nicht bezahlt werden? Die Leute unterschätzen die Zeit und die Mühe, die letztendlich hinter dem Endergebnis steckt. Man meldet Gewerbe an - man darf also Geld verdienen, man soll es dürfen. Denn komischerweise meckert niemand, wenn in Magazinen oder im Fernsehen Produktplatzierungen zu finden sind.

Was ich glaube ist einfach, dass bei uns noch eine gewisse Toleranz und ein starkes Bewusstsein bzgl. Social Media und seinen Möglichkeiten entwickelt werden muss. Auch wenn die "Internet"-Jobs für einige noch unbegreiflich sind - man darf nicht vergessen, dass es Hauptberufler in dieser Branche gibt, die, wie jeder andere normale Mensch, von ihrem Beruf finanziell abhängig sind. Keiner sollte sich das Recht rausnehmen dürfen, sie für ihre vergütete Arbeit fertigzumachen, denn an diesem Beruf ist absolut nichts verwerflich. Da würden mir mindestens 10 andere Berufe einfallen, die wirklich ohne Zweifel moralisch unvertretbar sind.
Man muss diese Einstellung ablegen. Dieses "Seine-Review-ist-unglaubwürdig-weil-gesponsert". Ich persönlich lese bestimmte Blogs, schaue bestimmte Videos, weil ich davon überzeugt bin, dass die Person dahinter authentisch ist und weil mir sein Content gefällt. Am Ende des Tages ist es das Einzige was zählt. Dass man über AdLinks direkt zu dem Produkt weitergeleitet wird, welches man sich echt kaufen wollte und der Künstler Provision daran verdient - it doesn't matter! Denn keinem wird nachteilig ein Schaden hinzugefügt. Wir müssen alle einen Gang herunterfahren und jeden seine Arbeit tun lassen.






Pull&Bear Body (ähnlich hier*)
SheIn* Bomberjacke
Asos* Choker
Topshop* Hose

10 Kommentare

Melanie 30. September 2016 um 17:39

Finde das absolut blödsinnig wenn sich Leute darüber aufregen dass Blogger/Instagramer Geld für ihr tun bekommen. Als ob irgendjemand solch ein Angebot ablehnen würde. Da investiert jemand Zeit und Arbeit. Warum soll dieser jemand dann nicht auch dafür entlohnt werden?
Dazu gibt es einige Blogger die sich wirklich sehr viel Mühe bei ihren sponsored Posts machen. Und die Ergebnisse können sich absolut sehen lassen. Wieso also ständig meckern? Verstehe ich nicht.
Ehrlich gesagt finde ich die Gegenseite auch etwas peinlich. Wenn Leute unter Video oder Posts schreiben: "Oh, ich finde das so toll, dass du das Sponsoring so gut markierst." Das ist der Job des Youtubers/Bloggers. Finde nicht dass man auch das groß kommentieren braucht wie toll das doch sei..Antworten

Genya 1. Oktober 2016 um 09:47

Du hast deine Meinung wirklich toll in Worte gefasst. Es ist nichts dabei wenn sich jemand viel Mühe gibt einen Blog zu führen und so viel Zeit investiert, dass die Person auch am Blog Geld verdient. Jedoch ist es wirklich wichtig, dass man eine richtige Meinung präsentiert und keine gekaufte und davor haben viele vermutlich "Angst". Ich finde man erkennt aber schnell ob der Person sowieso alles gut redet oder auch mal erzählt, was nicht gut war.
Stimme dir also zu :)Antworten

Linn Maira 1. Oktober 2016 um 20:27

Liebe Vanessa,
ich stimme deiner Meinung in Bezug auf Sponsoring komplett zu - ein Post, in den man Kreativität und Arbeit gesteckt hat, der kann absolut dafür entlohnt werden. Außerdem lese ich gerne guten Content, egal ob da jetzt eine Firma dahinter steckt oder nicht. Allerdings finde ich auch, dass sich Blogger da konsequenter an Kennzeichnungen halten müssen - wenn etwas gesponsert ist, dann schreibt man das dazu. Das ist nun mal so gesetzt und ich finde, dass da ziemlich lasch mit umgegangen wird. Und um ehrlich zu sein, stört mich das viel eher als eine Zunahme an unterstützten Beiträgen.

Alles Liebe,
Linn

https://linnmaira.comAntworten

Anonym 1. Oktober 2016 um 20:46

Vanessa! Du hast so eine Topfigur bekommen in den letzten Monaten! Wie viel wiegst du denn bei welcher Körpergröße? Und welchen Sport treibst du?Antworten

Neri Fee 2. Oktober 2016 um 10:26

Eine Thematik, der derzeit um sich greift. Gut geschrieben!

NeriAntworten

Anonym 3. Oktober 2016 um 15:19

Ich denke, bei dieser Thematik gibt es kein schwarz und weiß. Ich verstehe deinen Standpunkt und bin auch niemand, der gesponserte Posts hatet etc. Wer hauptberuflich bloggt, muss natürlich auch davon leben können und das geht zwangsläufig nur durch Sponsoring. Allerdings habe ich bei einigen Bloggern und Youtubern das Gefühl, dass der Content darunter leidet und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem. Wenn man als Leser oder Zuseher das Gefühl bekommt, das Produkt wird hier nur beworben, weil mal wieder Geld her musste. Wenn man eben nicht das Gefühl hat, dass der Blogger das Produkt bewirbt, weil er dahinter steht. Wenn aus einem "Favoriten-Video" oder einem Zahnpflege-Video ein fünfminütiger Werbefilm wird.
Ich denke, die Mischung macht's. Wenn mir ein Blog größtenteils guten Content liefert, übersehe ich gerne die paar gesponserten Posts, die man eben braucht, um die monatliche Miete zu bezahlen. Ist der Post gut gemacht, lese ich ihn auch gerne. Aber nicht jeder gesponserte Post strotzt vor Kreativität und nicht wenige Blogs oder Youtube-Kanäle erinnern mittlerweile an eine Dauerwerbesendung. In dem Falle ist eine (konstruktive) Kritik meiner Meinung nach schon angebracht. Antworten

Hannah 3. Oktober 2016 um 17:43

Wirklich sehr gut geschriebener Post.
Und wunderschöne Bilder, ich liebe die rosafarbene Bomberjacke!

Alles Liebe,
Hannah Antworten

Vanessa Nguyen 4. Oktober 2016 um 12:06

Da hast du natürlich zu 100% Recht!Antworten

Vanessa Nguyen 4. Oktober 2016 um 15:08

Danke! Eigentlich ist alles beim alten geblieben, außer dass ich ab und an mehr vegan gegessen habe. =)Antworten

FashionqueensDiary 18. Oktober 2016 um 20:59

Ich finde diese Diskussionen auch langsam ermüdend. Vor allem weil die meisten leider vergessen, dass ein Blog auch eben Geld kostet und die Blogger doch quasi nichts anderes tun, außer tollen Content zu erschaffen- da ist es doch mehr als gerecht, wenn sie dafür wenigstens hin und wieder mal entlohnt werden - bei einer Zeitschrift meckert ja auch keiner über die Werbung (und die ist selten schön verpackt^^)

Toller Post also!Antworten

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